Aus dem Tagebuch eines Spielfreaks - Ein Treffen mit Uwe Rosenberg

12.06.2009

Przeczytaj ten artykuł po polsku.

Ein Interview mit Uwe Rosenberg sollte ich machen. Gar nicht mal so uninteressant! Ich hatte ihn schon zuvor zweimal getroffen. Einmal in Münster, als er mir sein Mercator erklärte. Ein weiteres Mal in Herne, wo er mir Vor den Toren von Loyang erklärt hat. Dazu gab es vor ein paar Wochen einen eigenen Bericht.

Nun also ein Interview. Die Anfrage wurde sofort bejaht und Uwe kam mir sogar entgegen. Uwe? Ja, Uwe! Unter Spielern duzt man sich in Deutschland. Wir wollten uns in Münster treffen und zwar schon recht bald. Ein wenig stressig war es, besonders vom Kopf her, denn das Interview sollte schon in ein paar Tagen stattfinden. Wie geht man als Otto-Normal-Spieler denn jetzt damit um, wenn man den Autor des eigenen Lieblingsspiels interviewen soll? Pomimo antwortete mir in einer Mail so: „Mann, er ist doch auch nur ein Mensch!“ Ja, klar! Aber sehen wir doch mal die Relationen: Wenn da so ein Wicht im Fernsehen rumzappelt und Deutschlands neuer Superstar werden will, dann lässt mich das völlig kalt. Selbst, wenn diese Leute mir auf der Straße begegnen würden, ich würde mich wohl nicht einmal umsehen. Womit ich nicht sagen will, dass Uwe Rosenberg für mich ein Superstar ist.
Ich verbringe sehr viel Zeit mit Spielen. Besonders mit AGRICOLA und LE HAVRE. Passenderweise kann man diese beiden Spiele, die genau meinen Spielegeschmack treffen, auch noch alleine spielen. Da ich an chronischem Mitspielermangel leide, kommt mir das auch noch sehr gelegen. Und somit ist mein Blickwinkel ein ganz anderer. Uwe Rosenberg hat nämlich das geschaffen, womit ich mich in der letzten Zeit sehr gerne beschäftige, was einen großen Teil meiner Freizeit verbraucht.

Und daher war ich dann am Dienstag doch ziemlich nervös, als mir klar wurde, dass ich jetzt nur noch mit den Hunden raus gehe und dann losfahre, um mich mit Uwe Rosenberg zu treffen. Aber so einfach sollte das nicht sein! Der Spaziergang mit unseren vier Kläffern startete bei sonnigem Wetter. Kurze Hose, T-Shirt, schön durch die Felder bummeln. Zur Hälfte des Weges zog sich der Himmel schon gut zu. Der Schritt wurde strammer. Was soll ich sagen? Ihr ahnt es schon: 500 Meter vor dem Ziel hat es wie aus Bindfäden geschüttet! Ich wurde nass bis auf die Unterwäsche! Mein Auto, das vor dem Haus stand, hatte die Fenster geöffnet und die Polster waren schon pitschnass… Super! Ich mich also neu eingekleidet, diesmal lange Sachen, war ja jetzt saukalt. Kaum saß ich im Auto auf dem Weg nach Münster, war der Lorenz schon wieder am ballern! Es wurde schwül. Dann war ich wegen der Umzieherei eh schon spät dran. Wer lässt denn gerne einen warten, den man gerne interviewen will?

Am Ende war alle Hektik umsonst. Uwes Zug hatte Verspätung (wie sollte es anders sein) und so hatte ich noch Zeit den Bahnhofskiosk nach Spielezeitschriften zu durchsuchen. Als er da war, entschieden wir uns spontan für ein Cafe hinter dem Bahnhof. Sah von außen eigentlich ganz nett aus. Von innen auch. Aber komische Leute kamen da schon rein…

Egal! Wir wollten ja nur ein wenig quatschen. Es ging auch gleich gut los. Wenn man eines sagen kann, dann, dass der Mann Ahnung von Spielen hat! Es wurde gefachsimpelt. Natürlich die neuste Meinung zur Nominierungsliste Spiel des Jahres diskutiert und irgendwann landeten wir dann bei Agricola und den neusten Spielen von Uwe. Aber mit Interview war erstmal nix. Uwe hatte ein altes Zweipersonenspiel von sich selber mitgebracht. Extra im Zug noch mal die Regeln gelesen, da er es schon seit Jahren nicht mehr gespielt hat (die Arbeiten an Loyang, Agricola, Le Havre und den folgenden Spielen dauern ja schon seit fünf Jahren an!). So spielten wir erst einmal eine Runde dieses feinen Taktikzweiers, für den sich damals kein Verlag erwärmen konnte.

Im folgenden Gespräch wollte ich dann endlich das Interview führen. Aber als Laie auf dem Gebiet war ich nicht so gut und ich fühlte mich dabei auch unwohl. Es war so gezwungen, wobei der Nachmittag bisher so herrlich ungezwungen war. Dazu machte ich mir ständig Sorgen wegen des im Hintergrund rumquäkenden Kindes. Mein MP3-Player war jetzt auch kein Wundergerät! Uwe meinte dazu nur, dass er froh wäre, meinen Job nicht machen zu müssen. Und er sollte Recht behalten: Auf dem Band sind unsere Stimmen zwar recht gut zu hören, aber nur, wenn das Kind mal ruhig ist. Ungefähr 40 Minuten Gespräch erwarten euch. Bald setze ich mich dran und tippe das mal ab…

0 Dodaj komentarz / Kommentar schreiben:

Prześlij komentarz

Related Posts with Thumbnails