Man kommt unten rein und hat erstmal einen lang gestreckten Korridor vor sich. Lauter Tische stehen dort rum und an der Seite eine große Ausleihtheke für Spiele. Zudem gab es ganz furchtbar billigen Kaffee. Sowohl preislich, als auch geschmacklich.
Die Treppe hoch und dort befindet sich das, weswegen die ganzen Spielefreaks hinfahren: Die Stände der Verlage. Der Messe in Essen gar nicht mal so unähnlich, aber viel, viel kleiner. Also, die Gesamtmenge. Ich war nur an einem Tag da und hab zudem auch noch Spiele gespielt, die sehr lange dauerten. Daher hab ich gar nicht so viel gesehen.
Da ich großer Fan der beiden letzten großen Spiele von Uwe Rosenberg bei Lookout Games, hab ich mich dort erstmal an den Tisch gesetzt. Bei Lookout Games konnte man einige bald kommende Spiele spielen. Als Prototyp versteht sich. Natürlich die im Herbst kommende Erweiterung für Agricola. Die hab ich vor ein paar Wochen schon mal gespielt. Ein kleiner Appetizer findet sich hier: Vorausblick auf Agricola - Die Moorbauern. Weiterhin Vor den Toren von Loyang, dass zwar bei einem ganz neuen Verlag namens Hall Games rauskommen wird (übrigens auch schon im Herbst in Essen), aber man teilte sich den Stand in Herne. Dann gab es noch Mercator, ein weiteres großes Brettspiel von Uwe Rosenberg, dass aber erst für nächstes Jahr geplant ist. Weiterhin ein Bohnanza-Würfelspiel und noch etwas. Weiß nicht mehr genau was, denn wir haben uns erstmal bei Mercator breit gemacht. Ich hatte zwar ein Auge auf Vor den Toren von Loyang geworfen, da ich das noch nicht kannte. Aber meine Gruppe entschied sich erstmal für Mercator, was ich ein paar Wochen vorher schon ausprobieren konnte.
Mercator ist ein Spiel um den 30jährigen Krieg. Aber kein Kriegsspiel. Die Spieler sind Händler aus Hamburg, das damals alle teilnehmenden Parteien fleißig mit Waffen, Nahrung und Kleidung versorgt hat. Wir reisen also durch Europa und bekommen in einigen Ländern Warenmarker und Zeit. In anderen Ländern gibt es nichts. Aber die zweite Komponente des Spiels lockt uns auch in entferntere Gefilde. Denn es gilt Aufträge zu erfüllen. Welche Ware in welches Land muss geben diese Aufträge an. Nur die Waren gibt es in ganz anderen Ländern! Zudem gibt es Länder, die einfach zu weit entfernt sind und so viel Zeit kosten. Zeit gibt es auch in Markerform. Man erhält sie, wenn man in Hamburg oder in der Nähe von Hamburg bleibt. Bei den Aufträgen fängt man klein an. Zweier- und Dreieraufträge stehen zur Verfügung. Erfüllt man einen von ihnen bekommt man einen nächst höheren Auftrag. Der andere bleibt aber, denn man kann ihn öfters erfüllen. Jeder Auftrag kann auch investiert werden. In blaue Karten, die mehr Waren bringen oder rote Karten, die Siegpunkte bringen, wenn man ihre Bedingungen gut umsetzt. Schönes und charakteristisches Element dieses Spiel ist das Mitreisen. Gegen die Zahlung von Zeitmarkern kann man bei anderen Mitspielern mitreisen und außerhalb seines eigenen Spielzuges Aufträge erfüllen! Am Ende geht es darum, möglichst hohe Aufträge zu sammeln und die Siegpunktkarten bestmöglich zu erfüllen. Bis das Spielende eintritt können zwei bis drei Stunden vergehen. Einige Regeln befinden sich noch in der Testphase. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich das Spiel weiterhin entwickelt und wie es am Ende veröffentlicht wird. Termin scheint ja schon zu stehen…
Danach bin ich weiter zum Argentum Verlag gepilgert. Dort gab es auch zwei Prototypen zu spielen. Ein kleines Kartenspiel, das sich thematisch an Seenot im Rettungsboot anschließen soll. Arbeitstitel: Santa Timea. Es ist ein Stichspiel. Die Karten haben Werte in vier Farben. Zu erwerben sind Windrichtungskarten in den vier Farben. Oder besser nicht, denn sie sind Minuspunkte! Oder besser doch, denn bestimmte Kombinationen ergeben Pluspunkte! Wer in einem Stich den niedrigsten Wert der gerade aktuellen Windrichtung spielt, bekommt die Karte. Dabei gibt es folgende Regeln: Karten, die eine andere Windrichtung zeigen, als die geforderte, haben einen kleineren Wert. Herrscht gerade Südwind und ich spiele eine Westwindkarte mit dem Wert 8 so halbiert sich der Wert. Würde ich eine Nordkarte spielen, sänke mein Wert gar auf Null! Am Ende einer Runde sind 12 Stiche gespielt und es wird abgerechnet.
Der, aus meiner Sicht, weitaus interessantere Prototyp hieß Wettstreit der Händler. Erdacht von Andreas Steding, befindet es sich gerade mitten in der Testphase bei Argentum. Hierbei handelt es sich um ein recht komplexes Spiel, bei dem die Spieler versuchen ein möglichst Punkteträchtiges Handelsnetz auf dem Spielplan zu knüpfen. Man kann sich in verschiedenen Kategorien wie Anzahl der möglichen Aktionen, Einkommen, Privilegien, Erfahrung und der Wertigkeit des eigenen Handelsnetzes entwickeln. Dabei setzt man Händlersteine auf Wegverbindungen zwischen Städte ein, verdrängt andere Händler von diesen Strecken, versetzt seine Händler, baut Kontore. Siegpunkte sammelt man während des Spiels und in einer komplexen Schlussabrechnung, auf die man sich gut vorbereiten sollte! Ein feines Planungsspiel mit relativ leichtem Zugang, aber komplexen Auswirkungen. Ich gebe hier einfach mal den Tipp ab, bei der nächsten Spiel bei Argentum vorbei zu gehen!!! Könnte sich für den ein oder anderen eingefleischten Vielspieler durchaus lohnen!
Danach bin ich weiter zum Argentum Verlag gepilgert. Dort gab es auch zwei Prototypen zu spielen. Ein kleines Kartenspiel, das sich thematisch an Seenot im Rettungsboot anschließen soll. Arbeitstitel: Santa Timea. Es ist ein Stichspiel. Die Karten haben Werte in vier Farben. Zu erwerben sind Windrichtungskarten in den vier Farben. Oder besser nicht, denn sie sind Minuspunkte! Oder besser doch, denn bestimmte Kombinationen ergeben Pluspunkte! Wer in einem Stich den niedrigsten Wert der gerade aktuellen Windrichtung spielt, bekommt die Karte. Dabei gibt es folgende Regeln: Karten, die eine andere Windrichtung zeigen, als die geforderte, haben einen kleineren Wert. Herrscht gerade Südwind und ich spiele eine Westwindkarte mit dem Wert 8 so halbiert sich der Wert. Würde ich eine Nordkarte spielen, sänke mein Wert gar auf Null! Am Ende einer Runde sind 12 Stiche gespielt und es wird abgerechnet.
Der, aus meiner Sicht, weitaus interessantere Prototyp hieß Wettstreit der Händler. Erdacht von Andreas Steding, befindet es sich gerade mitten in der Testphase bei Argentum. Hierbei handelt es sich um ein recht komplexes Spiel, bei dem die Spieler versuchen ein möglichst Punkteträchtiges Handelsnetz auf dem Spielplan zu knüpfen. Man kann sich in verschiedenen Kategorien wie Anzahl der möglichen Aktionen, Einkommen, Privilegien, Erfahrung und der Wertigkeit des eigenen Handelsnetzes entwickeln. Dabei setzt man Händlersteine auf Wegverbindungen zwischen Städte ein, verdrängt andere Händler von diesen Strecken, versetzt seine Händler, baut Kontore. Siegpunkte sammelt man während des Spiels und in einer komplexen Schlussabrechnung, auf die man sich gut vorbereiten sollte! Ein feines Planungsspiel mit relativ leichtem Zugang, aber komplexen Auswirkungen. Ich gebe hier einfach mal den Tipp ab, bei der nächsten Spiel bei Argentum vorbei zu gehen!!! Könnte sich für den ein oder anderen eingefleischten Vielspieler durchaus lohnen!
Bei Argentum konnte ich nach dem langen Spiel zu fünft noch dieZwei-Spieler-Variante mit Königspöppel ausprobieren
Foto: Tyrfing
Dann hab ich noch mal den Weg zurück zu Lookout eingeschlagen. Ich wollte doch noch auf jeden Fall Vor den Toren von Loyang spielen! Mein Glück: Der Meister selbst startete gerade eine große Erklärungsrunde! Gemeint ist natürlich Uwe Rosenberg. Schon beim Auspacken des Prototypen das erste Problem: Eine Spielzugübersicht fehlte! Der Meister war verärgert. Ich konnte mir einen Kommentar nicht verkneifen und erwähnte, er solle sich doch bei fehlendem Spielmaterial an Lookout wenden! Die haben einen guten Ersatzteilservice! Ein Brüller! Na, wenigstens hat er gelacht… Höflich ist der Mann ja! Als er dann geendet hatte, schlug er vor, wir könnten doch mal eine Runde spielen. Trotzdem guckten alle noch fragend bis verwirrt. Natürlich! Da hatte er doch glatt was vergessen… Und zwar bis auf den roten Faden des Spiels eigentlich alles! Weiter im Text. Dann ein paar Details über das Spiel erfahren. Immer noch Fragen? Okay, dann noch weiter erklären…Ich sollte erwähnen, dass es schon später am Tage war. Später Nachmittag, die Veranstaltung lief seit 10 Uhr. Und Uwe hatte an dem Tag schon unzählige Male seine Spiele erklärt. Mercator, Agricola-Erweiterung, Loyang, Bohnanza, Le Havre (ja, er wurden auch schon erschienene Spiele gespielt)… Dazwischen Spiele verkaufen, das ein oder andere nette Gespräch führen und zu den gerade erklärten Spielen Nachfragen beantworten und taktische Tipps geben. Ist klar, dass man irgendwann entweder durcheinander kommt oder einfach mal der Meinung ist, schon alles gesagt zu haben. Er hat es aber doch noch geschafft es zu Ende zu erklären und wir haben es dann auch geschafft und es zu Ende gespielt! Tolles Spiel, soviel sei schon mal verraten. Bald wird es an dieser Stelle einen ausführlicheren Ausblick auf dieses Spiel geben.
Das war dann auch schon alles, was ich an dem Tag in Herne erlebt habe. Schön war es! Irgendjemand hat auch noch die Deutsche Brettspielmeisterschaft gewonnen. Nächstes Jahr schon mal vormerken: Ein Besuch in Herne lohnt sich!
Das war dann auch schon alles, was ich an dem Tag in Herne erlebt habe. Schön war es! Irgendjemand hat auch noch die Deutsche Brettspielmeisterschaft gewonnen. Nächstes Jahr schon mal vormerken: Ein Besuch in Herne lohnt sich!



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